Schöne Erinnerungen an das Osterfest 2011

07. April 2010  | Von Dominique Heinbach (Darmstädter Echo)

Ostereier und Streicheleinheiten

Aktion: Die Keller-Ranch in Weiterstadt ist ein Ausflugsziel für Familien - Der Gnadenhof bietet Lebensraum für ausrangierte Tiere

Ponyreiten gehört zu den beliebtesten Programmpunkten auf der Keller-Ranch. Foto: Karl-Heinz Bärtl


Viele Familien mit Kindern sind am sonnigen Ostermontag auf die Keller-Ranch gekommen, um Ostereier zu suchen, auf Ponys zu reiten oder Tiere zu streicheln. Denn die Ranch richtet zum zweiten Mal ihr Osterfest aus.

Auf dem Programm stehen neben Eier suchen Kutschfahrten, Ponyreiten, Eierlaufen, Torwandschießen und Streicheleinheiten für viele der mehr als 300 Tiere. Die Keller-Ranch ist ein Gnadenhof, auf dem alte Tiere in Ruhe ihren Lebensabend verbringen können und die jüngeren weitervermittelt werden. Auch einen Flohmarkt gibt es in diesem Jahr.

Von Pony über Fuchs, Pfau und Lama bis zur Ziege werden alle Tiere aufgenommen. ,,Am liebsten mögen die Kinder die Pferde, Esel und Affen", sagt Karlheinz Keller, der Leiter der Ranch. Der Hof existiert seit 1966. Karlheinz Keller hat ihn zusammen mit seiner Frau von seinem Vater übernommen und die Nachfolge ist auch schon gesichert: Der Sohn will die Ranch zusammen mit seiner Freundin übernehmen.

Seit 2002 ist die Keller-Ranch ein Verein. In diesem Jahr soll der Gnadenhof als einziges Tierheim in Hessen vom Deutschen Tierschutzbund ein Auto bekommen. Viele der Tiere kommen vom Zirkus: ,,Die kleinen Wanderzirkusse haben im Winter alle kein Geld, und dann sparen sie an den Tieren", erzählt Karlheinz Keller.

Wildpferdstute Mausi kommt auch vom Zirkus und ist seit drei Wochen auf der Ranch. Sie ist abgemagert. Es stammen aber auch viele Tiere von Privatpersonen: ,,Die Emus hat jemand zum fünfzigsten Geburtstag geschenkt bekommen. Der Mann hat sie in einem Gehege mit Kühen gehalten und sie sind dauernd durch den Zaun abgehauen. Nachdem er vier Polizeieinsätze bezahlen musste, wollte er sie nicht mehr halten", erzählt Keller.

Auch Affendame Amy stammt von einer Privatperson und die beiden neuen Ponys sind ,,Scheidungspferdchen". Ihre Besitzer haben sich getrennt und so sind die beiden hier gelandet. Fuchsdame Josy wurde als Neugeborenes im Wald gefunden. Die Kellers haben sie mit der Flasche aufgezogen.

Karlheinz Keller kennt viele der Besucher und begrüßt alle freudig. Tierärztin Corinna Böhm schaut nach den Meerschweinchen, die sich einen Pilz eingefangen haben. Wie fast alle auf der Keller-Ranch, arbeitet sie ehrenamtlich, neben ihrer Praxis in Braunshardt. Auch eine Jugendgruppe hat geholfen, die Eier zu verstecken.

Einige Besucher kommen in der dritten Generation. Doris Birkel (34) kam als Kind immer mit ihren Eltern zur Ranch, heute kommt sie mit ihren eigenen Kindern. Im Sommer sind sie an fast jedem Wochenende da: ,,Das ist super, ein kostenloser Zoo. Als ich klein war, durfte ich die Karotten zum Füttern aber noch selbst mitbringen", erzählt sie.

Das Osterfest richtet die Keller-Ranch in Kooperation mit der Supermarktkette Tegut aus. Außerdem spendet der Markt jeden Abend Obst- und Gemüseabfälle. Karlheinz Keller schätzt die Zusammenarbeit: ,,Welche Affen haben sonst die Gelegenheit, in Gefangenschaft Zuckerrohr zu fressen? Die sind da ganz scharf drauf."