Nicht nur zu Weihnachten ein Engel

 

Bereits seit 12 Monaten besucht unsere Border-Collie-Mix Hündin Soy in der Regel zweimal monatlich die Bewohner des Seniorenheims Olystift in Gräfenhausen. Begleitet wird sie dabei von Regina Bierach, einer ehrenamtlichen Helferin unseres Gnadenhofs. Soy weiß genau: Wenn das Halsband angelegt und die Leine befestigt wird, geht sie zur „Arbeit“ und wird noch eine Spur sanfter, als sie ohnehin schon ist. Sie freut sich ebenso wie Regina Bierach auf die Besuche bei den älteren Herrschaften, erkennt gleich die Damen, die in der letzten Woche so schön mit ihr gekuschelt und sie gestreichelt haben. Und diese Freude wird auch den beiden entgegen gebracht.

 

 

 

 

 

 

 

Die Augen leuchten, die Erinnerungen an die Jugendzeiten werden ausgepackt und so strahlt Herr Hübner über das ganze Gesicht, wenn er gerne von seinen Hunden in der Größe von Soy erzählt, die ihm in Kindertagen treue Begleiter waren. Eine besondere Geschichte z.B. war, dass er sich als Kind in der Hundehütte versteckt hatte und dabei eingeschlafen ist oder auf einen Baum flüchtete, weil er etwas angestellt hatte. Sein Hund hat ihn beschützt, niemand konnte an ihn heran kommen.

Für viele Bewohner sind die Minuten, die Soy mit ihnen verbringt, immer etwas ganz besonderes. Eine Pflegerin erzählte, dass oft noch tagelang von dem „Hundchen“ geschwärmt wird.

 

Es gibt aber auch eine Dame, die große Angst vor Hunden hat. Auch das spürt Soy sofort bzw. erkennt inzwischen die Dame und macht dann um ihren Tisch einen sehr großen Bogen, damit sie sich schnell wieder entspannen kann.

 

Für Regina Bierach sind diese Besuche Balsam für die Seele und sie erzählt begeistert:  „Man kann mit ganz kleinen Dingen, wie sich eine Stunde Zeit nehmen, vielen Menschen eine große Freude machen. Man wird wieder ein bißchen geerdet und bekommt Respekt und auch Demut vor dem Altern. Manchmal ist es aber auch sehr traurig, wenn man z.B. erfährt, dass jemand verstorben ist, der sich noch 14 Tage vorher so sehr gefreut hat. Das zeigt aber wieder, dass der Tot auch zum Leben dazu gehört. Man verdrängt das im Alltag ja gerne und schiebt viele Dinge vor sich her, für die es dann vielleicht zu spät ist.“

 

Dass diese Besuche für Soy Arbeit sind, zeigt sie nach ca. einer Stunde, dann wird sie unruhig. Zurück auf der Kellerranch versinkt sie seelig in ihrem Körbchen in einen ausgiebigen Schlaf. Ansonsten ist Soy ein ganz normaler Hund, der sich wie alle anderen Tiere auf unserem Gnadenhof über Paten freut, die mit einer einmaligen oder regelmäßigen Spende einen Teil ihrer Unterbringung und Versorgung übernehmen möchten. Infos zu Patenschaften gibt es hier:  oder Telefon 06150-5049343.

 

 

25.12.2015 / Ingrid Günkel

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit