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Sommerzeit – Sorgenzeit

 

 

Während andere in den Sommermonaten Urlaub machen, geht es bei uns auf der Kellerranch rund. Aber nicht, weil wir das wollen, sondern wir das sollen. Wie ich immer so schön sage: es wird uns passiert

Neben dem ganz normalen Wahnsinn kamen in der letzten Woche noch zwei extreme Ereignisse hinzu.

Am Mittwoch Abend hatten wir Kaninchen-Alarm und am Donnerstag Zebrafinken-Alarm.
Nach dem ersten Alarm wurde in Windeseile ein freier Pferdestall in ein großes Kaninchen-Freigehege umfunktioniert, die 25 Kaninchen nach Männlein und Weiblein sortiert und in die getrennten Abteilungen gesetzt.
Dort konnten sie sich erst einmal erholen, bevor die Tierschutzkollegen der Initiative GEMEINSAM BESSER, der auch wir angehören, uns hilfreich unter die Arme griffen. Einen Tag später holten die Tierheime einen Großteil der Kaninchen bei uns ab, um die Böckchen zu kastrieren und dann auch alle zu vermitteln. Wir sagen Danke an die Tierschutzvereine Heppenheim (hat 3 Kaninchen übernommen), Mainz (hat 6 Kaninchen übernommen) und Tiere in Not Odenwald (wird noch 10 Kaninchen übernehmen) und Frankfurt (wird noch 4 Kaninchen übernehmen), sodass noch 3 Kaninchen bei uns bleiben. Es sind jedoch weitere Abgabe-Kaninchen angekündigt, so dass das provisorische Kaninchen-Freigehege noch weiter bestehen bleiben wird.

Kaum waren die Kaninchen auf dem Weg in ihr neues vorübergehendes zuhause, gab es Zebrafinken-Alarm.
Eine „damit habe ich nicht gerechnet“-Dame brachte uns in zwei kleinen Käfigen 72 !! Zebrafinken. Ursprünglich waren es 4 Tiere. Die Dame hatte nicht damit gerechnet, dass die Tierchen Nachwuchs in rasantem Tempo produzieren, wenn sie ihnen auch noch Nisthilfen in den Käfig hängt.
Leider musste erst das zuständige Veterinäramt einschreiten und die Besitzerin auffordern, schnellstens die Tiere abzugeben.
Bei uns sind sie in einer großen Voliere untergebracht, können ihre Flügelchen endlich ausbreiten und lernen hier, dass man damit auch fliegen kann. Eine Mama zieht zur Zeit noch ihre beiden Küken auf. Da geht uns das Herz auf, wenn auch so kleine Tiere wieder große Lebensfreude entwickeln.
Nach der Kot-Untersuchung steht fest: Alle Vögel sind gesund und können vermittelt werden, jedoch nur noch in großzügige Volierenhaltung, mindestens zu zweit oder zu bereits vorhandenen Zebrafinken dazu.

An dieser Stelle möchten wir unsere Homepage- und facebook-Leser bitten, nicht weg zu schauen, wenn Sie irgendwo solche Tierschicksale sehen. Zeigen Sie beim zuständigen Veterinäramt Missstände in der Tierhaltung an. Dort wird man Ihre Angaben auf jeden Fall vertraulich behandeln, wenn Sie dies wünschen. Tierschutzvereine haben dazu keine Befugnis, auch wenn wir immer wieder darum gebeten werden. Wir können mitgeteilte Hinweise nur an das Veterinäramt weiterleiten, allerdings nicht anonym.
 

 

 Ingrid Günkel / 02.08.2015
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit