Stumme Schreie von 8 Schafen

Solange Menschen denken,
dass Tiere nicht fühlen,
müssen Tiere fühlen,
dass Menschen nicht denken.

Dies mussten 8 Schwarzkopfschaf-Mischlinge in einem Groß-Bieberauer Ortsteil über viele Jahre erfahren und erleiden, deren Besitzer sich altersbedingt weder um sich selbst, noch um die Tiere kümmern konnte. Dem ganzen wurde nun vom Veterinäramt Darmstadt-Dieburg ein Ende gesetzt unser Verein um Hilfe beim Einfangen, Transport mit anschließender Unterbringung der Schafe auf unserem Gnadenhof gebeten. Doch was Karl-Heinz und Sascha Keller zusammen mit einem Helfer am 6. Januar vorfanden, war wieder erschütternd. 3 Schafe konnten nur noch kriechen, die übrigen wussten ja nicht, dass ihnen geholfen werden sollte und so gestaltete sich das Einfangen der Tiere dann auch sehr kräftezehrend und schwierig für die Zweibeiner, bei dem sich die Amtstierärztin leider einige Blessuren zuzog.

Die Tiere wurden vom Besitzer „natürlich“ gehalten, das heißt nie geschoren, keine Klauenpflege, keine medizinische Versorgung, keine Ohrmarken, nicht registriert. Die Wolle hängt seit Jahren an den verwahrlosten Tieren, was ihnen besonders im Sommer das Leben zur Qual werden ließ. Der Gesundheitszustand ist so desolat, dass 3 Schafe noch vor Ort von der Amtstierärztin von ihren Leiden erlöst wurden. Ein viertes Schaf wurde von unserem Tierarzt am 9. Januar eingeschläfert.

Leider können wir die verbliebenen 4 Schafe bei dieser Witterung auch nicht von ihrer Wolle befreien, dies würden sie nicht überleben. Die Schafe können frühestens Ende März/Anfang April geschoren werden, wenn es die Witterung zulässt. Würden wir die Schafe bei den jetzt herrschenden Temperaturen scheren, würden das die geschwächten Tiere nicht überleben, deren Alter auf 10 bis 12 Jahre geschätzt wird. Selbst bei gesunden Schafen wäre eine Schur zum jetzigen Zeitpunkt problematisch. Lediglich das Hinterteil der Schafe wurde freigeschoren, damit sie endlich ohne Probleme Kot absetzen können.

Bis zum Frühjahr werden sie nun erst einmal aufgepäpelt, gegen Parasiten behandelt und entwurmt, damit sie wieder zu Kräften kommen. Aufgrund ihres fortgeschrittenen Alters dürfen sie ihren Lebensabend bei uns verbringen. In ein paar Tagen werden sie in das Gehege von Galloway-Rind Lisa umziehen und mit ihr vergesellschaftet.

Lisa kam am 19. November auf unseren Gnadenhof und hat sich inzwischen prächtig entwickelt und eingelebt. Als frühere Leitkuh wird sie sich in Zukunft auch um die Schafe kümmern.

Für die 4 weiblichen Schafe suchen wir Spender und Paten, die mit einem einmaligen Betrag oder einer regelmäßigen Spende für die Unterbringung, tierärztliche Behandlung und Futterkosten sorgen möchten. Bei Übernahme einer Dauer-Patenschaft darf der Pate den Tieren einen Namen geben und erhält dafür eine Patenurkunde mit Bild seines Schützlings.

 

11.01.2013/Ingrid Günkel
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit